Consilium Philatelicum des BDPh

Mitglied des Consilium Philatelicum

Wolfgang Maassen

VITA

In den letzten 35 Jahren hat Wolfgang Maassen (geboren am 25. Januar 1949 in Erkelenz) wie kaum ein Zweiter die Gazetten der Philatelie und die Buchregale der Sammler gefüllt. Bereits nach dem Abitur hatte er Entscheidungen zu treffen, wie sein künftiger Lebensweg verlaufen sollte. Chemie – dem Wunsch des Vaters folgend – zu studieren oder – eher dem eigenen Wunsch nachgebend – Geisteswissenschaften (Pädagogik, Philosophie und kath. Religion) bzw. eine journalistische Karriere anzustreben. Er entschied sich für alles, allerdings aufeinander folgend. Von 1974 bis Januar 2010 war er Lehrer an einem Gymnasium und eröffnete mit amtlicher Genehmigung 1986 seinen WM-Verlag (ab 1999: WM-Agentur), aus dem dann 1989 der Phil*Creativ Verlag hervorging.[1]

Sammler war er bereits seit dem 10. Lebensjahr und mit studienbedingter Pause nahm er 1974 das Sammeln wieder auf. Zunächst modernes Deutschland, dazu ab 1980 auch Automatenmarken weltweit, aber seit 1977 gehörte seine Vorliebe Brasilien, zudem den klassischen Ausgaben verschiedener Länder Mittel- und Südamerikas. In den 1990er-Jahren – nachdem er sich von seinen Mittel- und Südamerikasammlungen getrennt hatte – kam er der Post-, besonders aber der Philateliegeschichte näher, die ihn bis heute fasziniert. Aussteller seit 1978. Von Beginn an sammelte er philatelistische Literatur, zuerst zu seinen Spezialgebieten, später nahezu weltweit, so dass er einen nennenswerten Bibliotheksbestand sein Eigen nennen kann.

Seit 1978 unterstützte Wolfgang Maassen die Öffentlichkeitsarbeit des BDPh.

Maassen entwickelte u.a. auch die Idee der Direktmitgliedschaft im BDPh (er wurde auch DM Nr. 1), erlebte nach elf Jahren verbandspolitischem Hin und Her deren Einführung. Ende der 90er-Jahre kreierte er die Konzeption für eine neue Struktur der bundesdeutschen Philatelistentage in Deutschland.

Ebenso ungewöhnlich liest sich die Zahl seiner Funktionen in Vereinen und Verbänden: AIJP (ab Mai 2005 Präsident);APHV (Mitglied des Vorstandes des Fachverbandes des Westdeutschen Briefmarkenhandels); BDB (PR-Berater von 2005–2008); BDPh (1979–1985 stellvertretender Bundesstellenleiter des BDPh für Öffentlichkeitsarbeit, 1991–1997 Leiter Öffentlichkeitsarbeit, 1996–1999 PR-Berater und Pressesprecher der IBRA '99 Nürnberg, NAPOSTA 2001; ab 2006 PR-Berater und Organisationsleiter der IBRA 2009 Essen), LV NRW (1978–1980 Leiter Öffentlichkeitsarbeit).

Seit 2012 ist er Präsident des Verleihungskapitels dieses Sieger-Preises. Seit Oktober 2014 gehört er dem Verleihungskapitel der RPSL für die Crawford-Medaille an.

Sein Fachwissen hinsichtlich der Literatur allg. und der philatelistischen Literatur im Besonderen führten zur Jury-Tätigkeit im BDPh (Rang 1-Juror) und zur Ausarbeitung einer Grundlage für ein neues FIP-Reglement der Klasse Literatur (2019).

 

Mitgliedschaften

AIJP (1982–1998, erneut ab 2003; APHV (seit 1992)

RPSL (seit 1983; fellow seit 1999); Académie Européenne de Philatélie (seit 2001); Club de Monte-Carlo (seit 2017); ArGe Brasilien (stellv. Leiter 1978–1985); 1974–2013 BSV Dülken; Berliner Philatelisten-Klub von 1888 e.V.; BSV Berlin-Mitte; FIP (1984–1989 Koordinator Moderne Philatelie).

Stellvertetender Vorsitzender der ArGe Geschichte der Deutschen Philatelie (seit 2017)

 

Ehrungen

1986 Verdienstnadel Bronze, 1989 Silber und 1995 Vermeil BDPh; 1999 Prof.-Carlrichard-Brühl-Medaille (diese Auszeichnung der Briefmarkenfreunde Düsseldorf ging an das Organisationskomitee der IBRA 99 Nürnberg, deren Mitglied Maassen war); 2002 Grand Prix Européen de la Presse Philatélique Professionelle der Académie Européenne de Philatélie (für die „philatelie“ als beste Fachzeitschrift Europas); Mai 2003 Sieger-Preis für Literatur; Mai 2003 BDPh-Vermeilnadel für Literatur und Forschung; Mai 2008 Heinrich-Köhler-Preis des BPP; September 2008 Hermann-Deninger-Preis für sein philatelistisches Lebenswerk; 2008 Sieger-Preis für Literatur (Medaille mit Eichenlaub, eine Auszeichnung die seit 1922 nur einmal an einen anderen Schriftsteller verliehen wurde); November 2011: Leon de Raay-Medal des „Stichting Nederlandsch Maandblad voor Philatelie“ für den besten philatelistischen Fachartikel; FEPA-Medaille 2011 für außergewöhnliche Studien und Forschung; „Congress Award“ des Philatelistenverbandes Südafrikas für den Beitrag „Mythical Mauritius“ (2012); Februar 2013 Lindenberg-Medaille des BPhK; September 2013: Fabergé-Medaille und Diplom der Philatelistischen Akademie von Russland; Juli 2014: Zeichnung der Roll of Distinguished Philatelists; 20. Oktober 2014; Ernennung zum Korrespondierenden Auslandsmitglied der Académie de Philatélie de Belgique und Berufung in das Verleihungs-Komitee der Crawford-Medaille sowie das Publication Comitee der RPSL; 2017 Hans Wagner Medaille des Vereins für Briefmarkenkunde Mainz von 1885 e.V.; 2019 Auszeichnung mit der Albert II.-Medaille des Fürstentums Monaco.

Neben Peter Fischer ist er heute der Einzige, dem zu Lebzeiten zweimal der Sieger-Preis für Literatur als Anerkennung für sein reiches literarisches Schaffen verliehen wurde.

 

Exponate

a) Briefmarkenexponate:, Altbrasilien (FIP-Rio d.J. 1983: Vermeil); ATM International: 1. Preis bei dem MOPHILA-Salon in Stockholm; Altmexiko, Altsüdamerika: Gold auf Rang 2; seit 1986 zahlr. Exponate (Weg zur Dt. Einheit; 50 J. BRD; Europa im Umbruch); philateliegeschichtl. Exponate (ausgestellt nur auf Einladung und in Sonderschauen): Ludwig Hesshaimer: Künstler und Philatelist, Geschichte der Philatelie 19. Jh., Die Gebrüder Senf, Hugo Michel, Philipp von Ferrari, Frühe Albenwerbung im 19. Jh.;  u.a.;

(b) Literaturexponate: Nahezu alle bedeutenden Titel wurden international ausgestellt und hoch prämiert. Das Buch „Milestones of Philatelic Literature of the 19th Century“ wurde 2014 bei der PHILKOREA und 2015 bei der EUROPHILEX London jeweils mit Großgold ausgezeichnet. Für die 2013 ins Leben gerufene digitale Zeitschrift PHILA HISTORICA erhielt M. zweimal den CG-Award for Best Multimedia Performance/Websites/Internet Presentations (Monaco 2013 + 2017).

 

Spezialgebiete

Brasilien

Philateliegeschichte

Philatelistische Literatur

 

Vorträge

Aufgenommen wurden nur deutschsprachige Vorträge, davon die Mehrzahl aus den letzten fünf Jahren. In Klammern (< >) sind jeweils der erste Vortragsort/-jahr aufgeführt.

Post- und zeitgeschichtliche Vorträge

Deutsche Auswanderer in New York (19. Jh.). Eine exemplarische Betrachtung <Bonn 2017>

„Little Germany“ in New York. Alles endete mit einer Katastrophe <Heidelberg 2016>

Hitlers Millionen – Der Kulturfonds des Führers und die Rolle der Philatelie <Bonn 2019>

 

Philateliegeschichtliche Vorträge

Das „Ferrari-Projekt“.
Philipp von Ferrari. Philatelist aus Leidenschaft und der namhafteste Sammler aller Zeiten <Berlin 2017>

Ein Pionier der deutschen Philatelie. Hugo Schwaneberger. Der Mann, der MICHEL den Namen gab <Bonn 2016>

Sex & Crime: Dr. Paul Singer und die Shanahan-Auktionen. Philateliegeschichte als „Social Philately“ <Bonn 2019>

Wilhelm Faber und der erste deutsche Verein in Heidelberg <Heidelberg 2016>

Emil Reinhard Krippner. Musiker – Künstler – Fälscher <Sindelfingen 2018>

Auf den Spuren der ersten, allerersten Sammler und Händler aus der Zeit von Zschiesche & Co. <Naumburg 2014>

Erste deutsche Sammler und Briefmarkenhändler. – Die Pionierphase der Philatelie <Bonn 2020>

Philipp Spiro – der geheimnisvolle erste „falsche“ Fälscher aus Hamburg. – Facsimile-Produktionen für Sammler am laufenden Band  (ab Herbst 2020)

Peter Winter (1940–2019) – Intime Einblicke in die unbekannte Fälscher-Biografie und Produkte eines Egomanen aus Bremen (ab Herbst/Winter 2020)

 

Verbandsgeschichtliche Vorträge

Am Anfang war die Marke. Dann die Fälschung … Bemerkenswerte Phasen des philatelistischen Prüfwesens in der deutschen Philatelie (1860 – ca. 1930) <Bonn 2008>

1949–2009: 60 Jahre philatelie – „Die philatelie bringt’s“ <Bonn 2009>

Aspekte zur Geschichte der deutschen Vereinsphilatelie. Von den Anfängen bis zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg <Heidelberg 2016>

Vereine – eine aussterbende und zu schützende Art? Eine kleine Betrachtung <Bonn 2018>

Ausstellungen in Deutschland – Trends und Innovationen 1884–2019 <Bonn 2019>

Zukunftsvision. Philatelie in 20 Jahren (2036) <Muenchen 2016>

75 Jahre Bund Deutscher Philatelisten – Unvergessene Höhepunkte einer bewegten Zeit (ab Frühjahr 2021)

Ratgeber-Vorträge

Philateliegeschichte als Objekt der „Social Philately“ und Exponat der „Open Philately“. Sammlung oder Exponat? <Bonn 2018>

Erfolge für philatelistische Literatur. Gewusst wie! <Essen 2019>

Auktionserfahrungen – aus der Sicht eines fleißigen Bieters. Tiefen, Untiefen, Höhepunkte und Highlights <Essen 2015>

Auktionserfahrungen – aus der Sicht eines Einlieferers. Nicht nur ein Thema
für Erblasser und Erben!! <Essen 2016>

Qualität ist das „A“ und „O“! Ein kleines 1 x 1, mit dem man Werte erhält. <Essen 2015>

Copyright. „Stets mit einem Bein im Knast?“ Was geht und was man besser lassen sollte <Soest 2015>

Richtig zitiert statt abkassiert. Eine kleine Urheberrechtskunde <Soest 2015>

 

Sonstiges

Publikationen der Royal Philatelic Society London. Eine unendliche Geschichte <Bonn 2019>

ünter Formery: „Das Große Lexikon der Ansichtskarten“ – Eine Enzyklopädie der Philokartie <Sindelfingen 2018>

 

Autor

Kaum zu überschauen sind seine publizistischen Autorentätigkeiten. Bereits Ende der 1970er Jahre schrieb er regelmäßige Rubrikbeiträge im „Sammler-Dienst“, zahlr. Fachartikel im späteren sd, in der DBZ und in der „philatelie“. Von 1989–2016 war er Chefredakteur der Verbands- und Fachzeitschrift philatelie, seit 1993 Objektleiter; seit Juli 2010 auch Chefredakteur des APHV-Magazins. Von 2005–2010 und seit 2012 ist er Schriftleiter des „Philatelic Journalist“ und seit 2013 gibt er die kostenlose digitale Zeitschrift PHILA HISTORICA mit jeweils rund 1 000 und mehr Seiten pro Jahr heraus.

Eine Auswahl seiner Monografien: Einführung in die Brasilien-Philatelie (4 Bände, 1980–1983), Alt-Brasilien-Stempel-Katalog (1984; 1987); ATM-Handbuchkatalog (1984/85), ATM-Loseblatt-Spezialkataloge (1986–1990), ATM International (1991/92), ATM Pocketkataloge (1988–1991), Der Siegeszug der Automatenmarken. Gedanken zur Zukunft der Philatelie (1991), Sammeln mit dem PC (1993), Broschüre zur Sonderschau „Wir Frauen sammeln“ (1994), Internationaler Kalender für Briefmarkensammler (jährlich von 1993–2014), Software für Sammler (1995); Die Posthornserie der Bundesrepublik Deutschland 1951/52 (2001); WAS IST WAS: Briefmarken (ab 2001 diverse Auflagen sowie eine tschechische und chinesische Version); Das Parahyba-Provisorium (Dornburg 2006); Milestones of Philatelic Literature of the 19th Century (zusammen mit Vincent Schouberechts, dt./franz.). RATGEBER-REIHE: Augen auf bei Kauf und Tausch. Sammler- und Verbraucherschutz in der Philatelie (2002); „Echt oder Falsch, das ist hier die Frage. Das Sammlerschutzlexikon“ (2003); Literatur sammeln – Bibliotheken pflegen (2004); Faszination Schreiben (2005); Koautor mit Meyer/Robinson eines „Philatelistischen Wörterbuches“ Deutsch-Englisch-Deutsch (2015); Persönlichkeits- und Urheberrecht (2015); Auktionen (2015). CHRONIK DER PHILATELIE: (Einzelbände 2002, 2003, 2004, erschienen 2005); Chronik-Sonderbände: Philatelie und Vereine im 19. Jahrhundert (2005), Das Phänomen Erich Stenger (2006), Ludwig Hesshaimer (2006), Von ersten Alben und Katalogen zu Verlagen von Weltrang (2010); Heinrich Köhler und seine Nachfahren (2013; das Buch erschien 2014 in englischer Übersetzung); Der geheimnisvolle Philipp von Ferrari (Oktober 2017), das Buch erschien zeitgleich auch in engl./franz. Sprache; Reinhard Krippner. Ein legendärer Fälscher und ein virtuoser Künstler (2018); Der Bundesverband Deutscher Briefmarkenversteigerer (1968–2018); Dr. Paul Singer & die Geschichte der Shanahan-Auktionen (March 2019), das Buch erschien zeitgleich auch in engl. Sprache; Der Ursprung der philatelistischen Literatur in Deutschland und Österreich (May 2019), ebenfalls auch in engl. Übersetzung; STOCKHOLMIA 2019: Vol. II – Library Catalogue (Catalogue of the Literature of the RPSL and Crawford prize awarded literature) (May 2019); 100 Jahre Corinphila. Von einer Briefmarkenhandlung zu einem weltweit bekannten Auktionshaus der Philatelie (November 2019), erschien zeitgleich auch in englischer Sprache.

Maassen war Redaktions-/Schriftleiter bekannter Bücher und Periodika. Beispielhaft seien genannt: Brasiliana: 140 Jahre Briefmarken (1983); Handbuch Philatelie (1983–1999 mit jährlichen Lieferungen und insgesamt über 2 000 Seiten), INTERPHILA (2001, 2005); Philatelistische Begriffsbestimmungen (Kommissions-Mitarbeiter 2002); BDPh-Festschrift 1996, Phil*Soft-Deutschlandkatalog; IBRA-Fachkatalog „150 Jahre deutsche Briefmarken“ (1999), IBRA-Ausstellungskatalog und Nachbericht (1999), Wer ist wer in der deutschen Philatelie? (1999 Erstauflage gedruckt; 2005 zweite Auflage nur digital auf www.bdph.de; 3. Auflage wiederum gedruckt mit Band 1 (2011), Band 2 (2016), Band 3 (2020) und Band 4 (2020/21); Die Geschichte des deutschen Prüfwesens 1860–1945 (2008); Koautor mit Dr. Andreas Birken der „Stilfibel für deutschsprachige Autoren und Redakteure“ (2015, erschienen als Band 1 der AIJP-Schriftenreihe).

Maassen war Konzeptor des DIVA-Verbandssystem des BDPh, das heute noch in den deutschen Verbänden genutzt wird, aber auch zahlreicher philatelistischer Software-Programme und Internetseiten. Er war außerdem Schriftleiter der Schriftenreihe und Organisator der Veranstaltungen des Consilium Philatelicum seit 2003–2018.