Consilium Philatelicum des BDPh

Geschichte des CPh

Auszüge aus:

Die Geschichte des Consiliums Philatelicums
Autor: Wolfgang Maassen
Fotos: Wilhelm van Loo/Wolfgang Maassen
Sonderband 10 aus der Reihe „Chronik der deutschen Philatelie“

Schwalmtal 2016

Beim 35. Bundes- und 82. Deutschen Philatelistentag 1981 in Kiel stellte der damalige Präsident des BDPh, Dr. Heinz Jaeger, erstmals seine Idee eines Consiliums für verdiente Verbandsmitglieder vor.

„Ich glaube, dass es an der Zeit wäre, in unserem Verbandsbereich nicht nur den jungen Mitarbeiter zu integrieren, sondern auch für den aus allen Funktionen ausscheidenden, verdienstvollen Spitzenfunktionär eine feste, mit eigens festgelegten Pflichten und Rechten ausgestattete Institution zu gründen. In ihr kann gemeinsam geforscht und mitgedacht, diskutiert und analysiert, gesammelt und so entsprechende Ergebnisse und Arbeiten veröffentlicht werden. In sie wird man berufen, denn sie ist ein Kreis, der durch unseren Bund und unsere ‚Stiftung‘ gefördert werden müsste. Man kann Aufgaben gestellt bekommen, hat aber keine Entscheidungen zu treffen. Man erfreut sich in einer Gemeinschaft, man weiß, einen Platz zu haben an den Bundestagen und Philatelistentagen, man trifft sich zwei- oder dreimal im Jahr zum Diskussions- oder Arbeitsgespräch im „Haus der Philatelie“, man erarbeitet eine Vorlage für Veröffentlichung über Verbandspolitik oder besser noch über ein klassisches oder modernes Sammelgebiet. Eine Denkschule des BDPh? Heute wären in diesem Kreis nach meinen Vorstellungen fünf bis acht Freunde zu erwarten, die die Voraussetzung erfüllten, letztlich könnten es einmal maximal 20 sein. Diesen Kreis könnten wir Collegium philatelicum (sic!) nennen. Damit würde auch eine einst sehr gepflegte Veröffentlichungsreihe des BDPh wieder erscheinen.“

Bereits im Herbst 1985 hatte Präsident Dr. Heinz Jaeger bei einem Treffen mit dem Verband hessischer Philatelisten-Vereine bekanntgegeben, dass der BDPh nunmehr die Bildung eines Consilium Philatelicum beschlossen habe. Der Ehrenvorsitzende des Landesverbandes Hessen, Theo Schmitt, sei beauftragt worden, „in enger Abstimmung mit dem Bundesvorstand eine Konzeption für die Organisation und die Arbeit der Mitglieder im Consilium philatelicum (sic!) zu entwickeln und dem Bundesvorstand zur Entscheidung vorzulegen. Zu den vorgesehenen Mitgliedern hieß es, dieses sollten „erfahrene und verdiente Philatelisten“ sein, „die viele Jahre aktiv und gestaltend in Organen des Bundes Deutscher Philatelisten und seiner Landesverbände gewirkt haben und inzwischen von diesen Pflichten entbunden sind“.  Das war eindeutig, damit war das Consilium als ein rein verbandsinternes Gremium verdienter BDPh-Funktionäre angedacht, was es dann auch für gut zehn Jahre war, was aber später auch merkliche Korrekturen erfuhr.

Der Bundesvorstand des BDPh wurde da wenige Tage später, Ende August 1985, schon weit konkreter. Zum einen legte er fest, dass aus diesem großen vorgenannten Personenkreis erst einmal nur die Herren Carlo Buerose, Frankfurt, Kurt Dahmann, Berlin, Hartwig Danesch, Schwelm, Werner Münzberg, Weilheim und Theo Schmitt, Frankfurt, um Beitrittsbereitschaft anzufragen seien. Das Gremium solle nach einem Entwurf seiner Pflichten auch ein „Arbeitspapier über die Realisierung einer Bearbeitung der Geschichte des Reichsbundes und des BDPh (…) erstellen“. Für die Arbeit dieses Consiliums werde ein Jahresetat von 10 000 DM vorgesehen. Ein entsprechender Antrag wurde der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte wenig später zugeleitet und vom damaligen Geschäftsführer der Stiftung, Werner Knabe, am 31. Oktober 1985 bewilligt.

Am 14. März 1986 war es im Arabella-Hotel in Frankfurt (Niederrad) soweit.

Die konstituierende Versammlung des berufenen Consilium Philatelicums fand statt. Mit dabei waren als Gründungsmitglieder Carlo Buerose, Frankfurt a.M., Kurt Dahmann, Berlin, Hartwig Danesch, Schwelm, Werner Münzberg, Weilheim und Theo Schmitt, Frankfurt a.M. Dr. Jaegers prognostizierte Zahl von fünf Mitgliedern traf also tatsächlich zu.

Die Mitglieder wählten aus ihren Reihen Theo Schmitt zu ihrem Vorsitzenden sowie Kurt Dahmann zu dessen Stellvertreter.

Als Verbindungsmann zum Vorstand des Bundes Deutscher Philatelisten wurde seitens des Verbandes Emil W. Mewes, der damalige Vizepräsident des BDPh, auserkoren. Die erste damalige Satzung ist als Dokument erhalten geblieben. Satzung nannte man sie noch nicht, die Rede war nur von „Arbeitsrichtlinien“.

„Festlegung von Arbeitsrichtlinien für das CPh des BDPh

1. Der Bund Deutscher Philatelisten e.V. hat ein Consilium Philatelicum eingerichtet.
2. Dem CPh gehören erfahrene und verdienstvolle Personen an, die in vielen Jahren aktiv und gestaltend in Organen des BDPh und seiner Landesverbände oder in der philatelistischen Forschung tätig waren. Die Berufung ist eine Ehrung.
3. Die Berufung in das CPh erfolgt durch den Bundesvorstand nach Anhörung des Verwaltungsrates.
4. Das CPh übernimmt Aufgaben, die ihm vom Bundesvorstand übertragen werden. Das CPh kann dem Bundesvorstand Anregungen und Empfehlungen vortragen.
5. Dem CPh können bis zu 14 Personen angehören.
6. Das CPh wählt einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Deren Amtszeit beträgt 3 Jahre und beginnt mit dem Bundestag des Wahljahres.
7. Das CPh tritt nach Bedarf zu Arbeitssitzungen zusammen. Eine Sitzung sollte jeweils während des Bundestages und Deutschen Philatelistentages stattfinden.
8. Die Tätigkeit im CPh ist ehrenamtlich. Die entstehenden Auslagen (Geschäfts- und Reisekosten) werden auf Antrag erstattet.
9. Alle Beschlüsse bedürfen der Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorsitzende.

Beschlossen am 17.10.1986“

Dabei war die ursprüngliche Fassung dieser Arbeitsrichtlinien nicht die, die tatsächlich dann am 14. März im Frankfurter Arabella-Hotel (der Bundesvorstand tagte dort vom 14. bis 16. März ebenfalls) beschlossen worden war. So war für Punkt 3 eigentlich vorgesehen, dass auch das Consilium bei Berufungen anzuhören sei. Das wurde wieder gestrichen. Auch ein Recht des Consiliums (siehe Punkt 4, letzter Satz), dem Bundesvorstand Anregungen und Empfehlungen vorzutragen, wurde durch das unverbindlichere „kann“ ersetzt.

Für den Bundesvorstand teilte dessen Geschäftsführer, Wolfgang Fendler, dies am 7. Juli 1986 Theo Schmitt mit und erbat vom Consilium eine revidierte Neufassung. Schmitt unterrichtete seine Kollegen am 10. September des gleichen Jahres und kommentierte die Änderungen: So sei die Entscheidung über die Berufung gemäß Ziffer 3 nunmehr zwar nur dem Bundesvorstand und dem Verwaltungsrat vorbehalten, aber „unser Vorschlagsrecht ist jedoch nicht eingeschränkt“, meinte er und den zweiten Absatz von Ziffer 4 bewertete er als „Spiel mit Worten“, denn „eine Veränderung des Grundgedankens tritt nicht ein“.

Immerhin: Das Consilium Philatelicum war nach einigen Geburtswehen ins Leben gerufen worden, nun musste es allerdings erst seine Stärke und Lebenskraft im Alltag erweisen.

Aus den zwei Jahren, die der ersten Mitgliederversammlung 1986 folgten, ist wenig Näheres bekannt. Hartwig Danesch arbeitete weiter an seiner „Geschichte der Jugendphilatelie“, die in dem späteren Umfang zu rekapitulieren, ihm nicht leicht gefallen sein dürfte und auch nicht von heute auf morgen zu realisieren war.

Eine zweite Sitzung des Consilium Philatelicum fand am 17. Oktober 1986 in Hannover – zeitgleich mit dem Bundes- und Philatelistentag – statt. Theo Schmitt lud mit Schreiben vom 10. September 1986 dazu ein und benannte einzelne Punkte der Tagesordnung, die u. a. die Verabschiedung der (mittlerweile korrigierten) Arbeitsrichtlinien, Berichte und Aussprache über die Ergebnisse der bisher angestellten Nachforschungen, aber auch eine Abgrenzung/Spezialisierung der Aufgaben und deren Verteilung vorsah.

Kurze Zeit danach, am 25. August 1988, klagte Schmitt, dem BDPh-Präsidenten Dr. Heinz Jaeger sein Leid: Sie wären de facto nur noch zu dritt, denn mit Buerose könne man aufgrund seines hohen Alters kaum noch rechnen und Münzberg habe ihm deutlich gemacht, dass er sich für die Belange des Consiliums „nicht mehr ausreichend einsetzen könne“. Er habe „darum gebeten, zu überlegen, ob man nicht einen Ersatz für ihn finden könne“. Schmitt regte deshalb bei Dr. Jaeger an, über eine personelle Erweiterung des Consiliums nachzudenken.

Der Rücktritt von Werner Münzberg muss wohl wenig später erfolgt sei, denn dieser wurde bei einer BDPh-Vorstandssitzung in Berlin am 12. Oktober 1988 vermerkt. Jaeger hatte Schmitts Wunsch entsprochen und so regte der Vorstand an, auf Vorschlag von Emil W. Mewes die Herren Alfred Schwenzfeger aus Bonn, Dr. Hanfland und Georg Winkler zu berufen. Deren Zusage „bedeutet gleichzeitig ihre Aufnahme in das Consilium Philatelicum“, hieß es im Protokoll.  Musste da nicht der Verwaltungsrat ebenfalls zustimmen? Das tat dieser, denn einen Tag später gab es in Berlin auch eine gemeinsame Sitzung, bei der dies erfolgte.

Erst Anfang 1989 trat das Consilium Philatelicum öffentlich in Erscheinung, als die Verbandszeitschrift philatelie eine Mitteilung von Emil W. Mewes abdruckte.  So konnte man nun lesen, dass zu Jahresbeginn der Kreis der Mitglieder um drei namhafte Philatelisten erweitert worden war, und zwar um Georg Winkler, den langjährigen Leiter der Bundesstelle Ausstellungswesen, und um Dr. Rudolf Hanfland sowie Alfred Schwenzfeger, die in der Meldung als bekannte Autoren und Philatelisten vorgestellt wurden.

1989/1990 waren für die Bundesrepublik Deutschland bewegende Jahre.

Vom Mauerfall bis zur Deutschen Einheit reichte das gesellschaftliche Erleben, das jeden beeindruckte und rührte.

Als man sich am 5. Oktober 1990 zur Jahrestagung des Consiliums in Friedrichshafen wiedersah, hatten sich die Zeichen der Zeit wahrlich gewaltig geändert.

Der Vorsitzende Theo Schmitt konnte damals in der Teilnehmerrunde seinen Stellvertreter Kurt Dahmann, Hartwig Danesch, Dr. Rudolf Hanfland, vom BDPh-Vorstand den damaligen Präsidenten Dr. Heinz Jaeger, seinen Stellvertreter Emil W. Mewes und den Vorsitzenden des Verbandes Südwestdeutscher Philatelisten-Vereine, in dessen Gebiet der damalige Bundes- und Philatelistentag in Friedrichshafen stattfand, Hans Meyer, begrüßen.

1991 traf man sich zur 7. Sitzung des Consiliums erneut im Vorfeld des Bundes- und Philatelistentages am 18. Oktober, dieses Mal in Saarbrücken.  Dies war ein besonderer Bundestag, denn Dr. Heinz Jaeger, der langjährige Präsident des Bundes Deutscher Philatelisten, hatte ebenso wie Emil W. Mewes signalisiert, dass sie nicht mehr für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung stünden, so dass der Weg also frei war für solche, die sich als Jüngere nun um verbandliche Ämter bewerben wollten.

Mit der Wahl eines neuen BDPh-Vorstands in Saarbrücken 1991 war klar, dass es Veränderungen in diesem Consilium geben musste. Bei einer der ersten Vorstandssitzungen des neuen BDPh-Vorstandes am 15. Februar 1992 in Würzburg berief er Dr. Heinz Jaeger, Emil W. Mewes und Peter Fischer als neue Mitglieder. Das lag nahe und entsprach der Philosophie des vom BDPh eingerichteten Consiliums, denn alle drei waren jahrzehntelang für ihre Verbände in führender und leitender Funktion gewesen.

Dabei beließ es Adler aber nicht und Dr. Heinz Jaeger mag ihn dazu auch bewegt haben, dass der Bundesvorstand während einer weiteren Sitzung vom 8. bis 10. Mai 1992, ebenfalls in Würzburg, zwei weitere neue Mitglieder berief, die als Weggefährten Dr. Jaegers selbst Geschichte aktiv und engagiert geschrieben hatten: Hans Paikert aus Krefeld und Reiner Wyszomirski aus Langen.

Dr. Heinz Jaeger, dem es sehr am Herzen lag, dieses Consilium zu beleben – das hatte er bereits bei der Mitgliederversammlung 1991 deutlich anklingen lassen – schlug Michael Adler in einem Brief vom 7. Februar 1992 auch folgende konkretisierte Arbeitsaufträge vor, zu denen man bereit sei und sich in der Lage sähe, diese umzusetzen:

  • Eine Verbandsgeschichte der Deutschen Philatelisten-Jugend (DPhJ), zu der Hartwig Danesch im Endstadium der Manuskripterstellung sei, so dass diese nur noch zu drucken sei,
  • eine Verbandsgeschichte des Philatelistenverbandes der DDR 1969–1990,
  • eine vergleichbare für den Bund Deutscher Philatelisten ab 1946
  • und die Bearbeitung und Diskussion der politisch-propagandistischen Schulung in der Philatelie der DDR mit Dokumentationsausstellung zum 5. Tag der Deutschen Einheit 1995.

Theo Schmitt seine vorjährige Ankündigung wahr und trat als Vorsitzender des Consilium Philatelicum zurück. Sein Nachfolger wurde Emil W. Mewes; Dr. Heinz Jaeger hielt sich vornehm zurück, da er wusste, wie sehr Mewes an diesem Gremium und dessen Aufgabe hing. Die anwesenden Mitglieder – dies waren neben Schmitt und Mewes Hartwig Danesch, Peter Fischer, Dr. Rudolf Hanfland, Dr. Heinz Jaeger, Hans Paikert und Reiner Wyszomirski – sprachen sich dann für letztgenannten als Stellvertreter von Mewes aus, da der bisherige stellvertretende Vorsitzende, Kurt Dahmann, nicht anwesend war.

Erste literarische Aktivitäten und mehr finden sich seit 1994.Man hätte nach all dem „Vorspiel“ bis 1993 vermuten können, dass es 1994 endlich zur Sache gegangen wäre, denn die Planungszahlen und Etatkosten der ersten Nummer der neuen Consiliums-Schriftenreihe zur Geschichte der deutschen Philatelie waren doch bereits im Mai 1994 geklärt (siehe Kapitel 2). Aber von alledem war selbst bei der 13. Sitzung des Consiliums am 22. September 1994 in Donaueschingen – dort fand zeitgleich der BDPh-Jahreskongress und eine Multilaterale Ausstellung statt – noch keine Spur zu finden.

Bei diesem Jahrestreffen begrüßte Consiliums-Vorsitzender Emil W. Mewes erstmals die neuen Mitglieder Hans Meyer, Volker Parthen und Hermann Walter Sieger in der Runde. Das Consilium würde durch sie eine „begrüßenswerte Bereicherung“ erfahren. Wolf J. Pelikan, obwohl dessen Berufung längst beschlossen war, hatte man versehentlich vergessen, einzuladen, aber auch ihn zuvor zu berufen, was man umgehend nachholen wolle (und auch tat), nachdem Pelikan, der schon von seiner Berufung erfahren hatte, am 3. Oktober 1994 nachfragte, ob dies zutreffend sei.

Neuwahlen standen an: Angefragt, erklärte Dr. Heinz Jaeger, dass er für den Vorsitz nicht zur Verfügung stehe, Gleiches sagte der vorgeschlagene Hans Paikert. So wurden Mewes und sein damaliger Stellvertreter Reiner Wyszomirski erneut in den Vorstand gewählt, wobei die nächste Amtszeit bis 1997 dauern solle.

Dann ging es wieder um die Broschüre „Geschichte der organisierten Jugendphilatelie in Deutschland“. Jeder Verein solle ein Gratisexemplar erhalten, deshalb auch die Auflage von 2 000 Stück, wobei als späterer Verkaufspreis 10 Mark vorzusehen seien. Der Zuschussanteil der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte war ja bereits einvernehmlich mit BDPh-Präsident Michael Adler bei 16 000 Mark gedeckelt worden, die Redaktionskosten von Jan Billion in Höhe von 6 000 Mark werde der BDPh tragen und für die restlichen Kosten von 3 000 Mark erklärte sich Konsul Hermann Walter Sieger bereit, diese zu sponsern. 

Mewes informierte die Mitglieder, dass Adler ihn informiert habe, dass auch mit der geplanten Schrift zur „Geschichte der Ausstellungen“ nun alles klar sei. Die Stiftung werde ebenfalls 2 000 Exemplare ankaufen.

Das Consilium Philatelicum beschloss außerdem, von einem Angebot von Wolfgang Maassen Gebrauch zu machen, das Kapitel 1 des sog. „Handbuch Philatelie“ von diesem neu bearbeiten zu lassen, und erklärte dazu seine Absicht, diesem Vorlagen, besonders auch zur Geschichte des Consilium, vorzulegen.

Am 27. August 1995 verschickte Emil W. Mewes das Protokoll der letzten 15. Sitzung vom 29. April 1995, er gab seiner Freude Ausdruck, dass nun endlich die erste Broschüre der Consilium-Schriftenreihe vorliege, diese ausgesprochen gut gelungen sei und beim kommenden Jahreskongress in Bremen-Vegesack im Oktober 1995 vorgestellt werde.

Es war geschafft, die schwere Erstlingsgeburt hatte stattgefunden. Jetzt galt es nur noch, den „Nachwuchs“ der staunenden Öffentlichkeit vorzustellen. 1998 kam ein politisches „Schwergewicht“ dazu: Staatsminister a. D. Hans-Jürgen Wischnewski aus KölnWischnewski nahm zwar aus Krankheitsgründen an der vier Wochen später am 19. September 1998 in Zweibrücken stattfindenden Sitzung nicht persönlich teil, seine Zuwahl wurde aber von den anderen Mitgliedern einstimmig begrüßt. Bei dieser Sitzung wurde auch Emil W. Mewes noch einmal für drei Jahre in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt.

Und noch zwei neue Ideen gab es, die später einmal zum Markenzeichen des Consilium werden sollten: Für die kommende IBRA 99 in Nürnberg wurde eine Sonderschau des Consiliums unter dem Titel „Deutschland 1945 bis 1999“ eingeplant und Dr. Heinz Jaeger regte Symposien über interessante Themen im neuen Bonner Haus der Philatelie und Postgeschichte an.

Soest war 1999 ein Wendepunkt des Consilium Philatelicums. Nicht nur, dass dort gleich vier neue Mitglieder herzlich willkommen geheißen wurden. Paritätisch zwischen Ost und West wurden Kurt Link aus Gotha und Heinz Uhlmann aus Chemnitz sowie Dieter Brocks aus Hamburg und Dr. Walter Möbs aus Dinslaken berufen.

Der Zeitenwechsel wurde bei der Sitzung auch mit dem vorzeitigen Rücktritt von Emil W. Mewes als Vorsitzender des Consiliums deutlich. Mewes machte zunehmende gesundheitliche Probleme dafür verantwortlich. Dr. Heinz Jaeger – und er war bereits Ehrenpräsident des BDPh – wurde einstimmig zum Nachfolger von Mewes als Vorsitzender gewählt wurde. Mewes wurde – bei zwei Enthaltungen – zum Ehrenvorsitzenden des Consilium Philatelicum ernannt.

Deutlich war aber allen Beteiligten, dass mit der Wahl Heinz Jaegers sich in Umbruch ankündigte, eine neue Ära, die der damals 75 jährige Arzt aus Lörrach durchaus noch sehr engagiert und aktiv mitzugestalten beabsichtigte. Kaum war Dr. Heinz Jaeger in Soest zum neuen Vorsitzenden des Consilium Philatelicum gewählt worden, wurde er auch schon aktiv und stellte einen Monat später mit einem Rundschreiben seine Vorstellungen über die künftige Arbeit näher vor. 

Eine Berufung ins Consilium betrachtete er nach wie vor als Auszeichnung und Anerkennung für geleistete philatelistische Arbeit, für die der BDPh mit der einmal im Jahr erfolgenden Einladung zu seinem Bundeskongress auch Dank abstatte. Künftige Ziele der Arbeit sollten die Behandlung philatelistischer Fragen, die Weitergabe des Wissens an jüngere Generationen, die Diskussion aktueller Themen, Anregungen zu Forschungsarbeiten, die Weiterführung der Schriftenreihe, die Öffnung des Consiliums gegenüber Vereinen und Regionen sowie die Meinungsbildung in eigenen Reihen über den zukünftigen Kreis des Collegiums sein.

Zu jedem dieser Punkte legte er beispielhafte Konkretisierungen vor, denen man bereits entnehmen konnte, wie weitsichtig er die künftige Arbeit mitzugestalten dachte. Kurz fasste er dies in einem Satz: „Der große Vorteil wäre, daß Kontakte gepflegt, das Consilium bekannter gemacht, Eigeninitiative entwickelt und sich engagiert wird, um der Zukunft der Philatelie nach eigenen Möglichkeiten zu dienen.“

Jaegers Wunsch nach einer Erweiterung des Consiliums anlässlich der Mitgliederversammlung 2000 in Berlin durch Berufung neuer Mitglieder wurde nicht gefolgt  so dass er anscheinend auf die Idee kam, Gäste einzuladen. Gewählt wurde aber einstimmig ein neuer stellv. Vorsitzender des Consiliums, nämlich Hermann Walter Sieger.

In Bad Dürkheim war ein neuer Bundesvorstand des BDPh gewählt worden, Dieter Hartig aus Büdingen war der neue Präsident. Hartig und Jaeger kannten sich gut aus früherer Zeit, als Erstgenannter noch in verschiedenen anderen Funktionen für seinen hessischen Landesverband und für den BDPh gearbeitet hatte. Dass die „Chemie“ stimmte wurde schon im Vorfeld des nächstjährigen 103. Deutschen Philatelistentages in Garmisch-Partenkirchen (28.–30. Juni 2002) deutlich. Jaeger informierte mit seinem Weihnachtsrundschreiben die Mitglieder darüber, dass man dem Consilium angeboten habe, sich mit eigenen Aktivitäten bei diesem Jahreskongress zu integrieren, was er sehr begrüße. Neben dem bereits zu dieser Zeit traditionellen „Siegerabend“ (eine Einladung von Konsul Hermann W. Sieger für die Mitglieder des Consiliums, deren Begleitpersonen und weitere Gäste) bestünde die Möglichkeit für eine kleine Consiliumsschau (das war bislang nur einmal zur IBRA 99 in Nürnberg vorgekommen), für Fachvorträge und öffentliche Fachgespräche („Das Consilium Philatelicum diskutiert mit seinen Gästen“). Jaeger nannte zahlreiche mögliche Themen und Inhalte, auch bereits einige zugesagte Exponate und bat um weitere Beteiligung.

Aus Sicht des BDPh sowie des Consiliums musste es wie ein genialer Schachzug Dr. Heinz Jaegers erscheinen, mit der am 29. Januar 2003 mit Zustimmung des Bundesvorstandes und des Verwaltungsrates ausgesprochenen Berufung dreier neuer Mitglieder – neben Klaus E. Eitner aus Bonn und Reinhard Metz aus Bremen – auch Wolfgang Maassen mit ins Boot genommen zu haben.  Erstmals hatte man nun einen erfahrenen Autor, Schriftleiter, Verleger und Produzenten an Bord, der nicht nur für Autoren hilfreiche Tipps zu geben vermochte, sondern der auch selbst – bzw. mit Unterstützung seiner damaligen Mitarbeiter im Verlag – bisher nicht gekannte Möglichkeiten nutzen und bieten konnte.

Bei einem Arbeitstreffen zwischen Dr. Heinz Jaeger und Wolfgang Maassen am 14. März 2003 in Lörrach wurden aber noch weitere Ideen entwickelt. Zum einen gab es konkrete Vorschläge für philateliehistorische Arbeiten, die bereits fest oder neu verankert wurden. Dazu zählte – wie bereits bekannt – Hans Meyers „Geschichte des Reichsbundes“, aber auch – neu – eine „Geschichte des Philatelistenverbandes im Kulturbund der DDR“, die Peter Fischer zu schreiben beabsichtigte sowie für 2006 eine Broschüre zur Geschichte des Consiliums selbst.  

Bei dieser Planungssitzung in Lörrach wurde auch festgelegt, künftig das Haus der Philatelie und Postgeschichte mit Fachprogramm und Veranstaltungen aufzuwerten. Begleitet jeweils von einer kleinen Ausstellung.  Bis Mitte des Jahres sollte ein erstes „Jahresprogramm“ stehen, das dann organisatorisch von Wolfgang Maassen und Günther Korn, dem Geschäftsführer des Consiliums, umzusetzen sei. Man beabsichtigte außerdem, interessierten Vereinen Exponate und Referate von besonderem Wert anzubieten.

 

Verständlich, dass sich Jaeger bei seinem Jahresbericht, den er den Mitgliedern des Consiliums mit der Tagesordnung zur Mitgliederversammlung am 23. Mai 2003 in Kiel vorlegte, euphorisch zeigte. Es ging endlich wieder sichtbar konstruktiv weiter: neue Ideen standen im Raum und ein gut harmonierendes Team von Aktiven zeichnete sich ab. In Kiel beim Philatelistentag war das Consilium erneut mit einer Schatzkammer und mit Vorträgen vertreten. Die neue ungewohnte Harmonie zwischen BDPh und Consilium spiegelte sich auch in der Gästeliste bei der Jahrestagung des Consiliums, die ungewohnt umfangreich ausgefallen war: Rüdiger Bock, Paul Kipp, Georges Schild, Renate und Christian Springer, Robert Wightman, J. C. (Han) Vermeulen, Dieter Hartig, Dr. Eckart Bergmann und Rüdiger Krenkel waren mit dabei. Die bereits aus dem Arbeitsgespräch Jaeger/Maassen erwähnten „Eckpunkte“ wurden in die Sitzung eingebracht und einhellig begrüßt, ebenso vorgelegte Ideen zu neuen Briefbogen und einem neuen Logo für das Consilium, das von Claudia Maassen entworfen worden war.

Maassen legte am 27. Juni Dr. Jaeger einen neun Seiten umfassenden Entwurf für ein Veranstaltungsprogramm in Bonn 2003/2005 vor. Allein für Herbst 2003 bis Herbst 2004 waren 13 Einzel-Veranstaltungen vorgesehen. Diese waren in drei Typen gegliedert:

a) Abendtreffen (später „Philatelistischer Spätschoppen“ benannt), jeweils an einem Freitagabend von 18–21 Uhr
b) Ganztägige Seminare – jeweils Samstags von 10–17 Uhr
c) Zweitägige Symposien – jeweils Samstag und Sonntag

Für den zuvor genannten Zeitraum, also 2003/2004, waren es sieben Abendtreffen, fünf Samstagsseminare und ein Symposium.

Die Auftaktveranstaltung der Reihe „BonnPhilatelie“ am 11. Oktober 2003 war eindrucksvoll. Zum Thema „BRD-Philatelie: Quo vadis“ diskutierten namhafte Referenten wie die damalige neu berufene Leiterin des Postwertzeichenreferates des Bundesministeriums der Finanzen, Ulrike Bohm, die aus Berlin angereist war, Postphilatelie-Chef Christian Faißt, APHV-Präsident Carlheinz Schulz, BDPh-Vorstand und Pressesprecher Reiner Wyszomirski und für den Versteigererverband Roland Meiners (Auktionshaus Dr. Derichs, Köln). Der Saal im Haus der Philatelie und Postgeschichte war voll besetzt, alle waren zufrieden, auch wenn die Meinungen und Bewertungen um die Außerkurssetzung bundesdeutscher Marken weit auseinandergingen. BDPh-Präsident Dieter Hartig ließ es sich nicht nehmen, bei einer gemeinsamen Sitzung von Bundesvorstand und Verwaltungsrat dem Initiator der Veranstaltung, Wolfgang Maassen, für die ausgezeichnete Vorbereitung und Umsetzung des Treffens zu danken.

Angesichts dieser Zusagen des Consiliums stimmte zuerst der Bundesvorstand am 20./21. November 2004 und dann der Verwaltungsrat der Berufung neuer Mitglieder zu, so dass mit Wirkung zum 1. Januar 2005 folgende namhafte Philatelisten den bisherigen Kreis der Mitglieder ergänzten: Rüdiger Bock, Wolfgang Fendler, Albert Fillinger, Rolf Goldschagg, Fritz Heimbüchler, Rolf-Dieter Jaretzky, Wilhelm van Loo, Prof. Ludwig Overbeck, Dr. Ernst Schlunegger, Christian Springer, Renate Springer, Han Vermeulen, Dr. Karl Zangerle. 13 neue Mitglieder auf einen Streich!

Als sich die Mitglieder des Consiliums am 6. Oktober 2006 zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung in Bad Reichenhall trafen, konnte Dr. Jaeger einmal mehr auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Erneut war das Consilium mit Buchpräsentation, Schatzkammer und mit gleich zwei weiteren Heften der Schriftenreihe vertreten, Wolfgang Maassen hatte zu dem Symposiums-Thema der „Geburtstage“ vom Mai 2006 eine Dokumentation zur Geschichte der Philatelie in Deutschland (1896–2006) gestaltet, in der alle oben schon genannten „Geburtstagskinder“ zu Wort kamen und zu der Postminister a.D. Dr. Christian Schwarz-Schilling sogar das Geleitwort schrieb. Die bisherigen Präsidenten des BDPh wurden mit einer speziellen literarischen „Präsidenten-Suite“ in diesem neuen Heft 8 der Schriftenreihe – wiederum mit 72 Seiten – gewürdigt.

Gleich zwei Broschüren auf einen Schlag gab es 2006 in Bad Reichenhall. Heft 9 war eine zum Deutschen Philatelistentag in Bad Reichenhall besonders passende Dokumentation, die Wolfgang Fendler aus Anlass des gemeinsamen deutschen und österreichischen Philatelistentages zusammengestellt hatte: „Der Bund Deutscher und Österreichischer Philatelisten-Vereine (1896–1924) war der erste – damals noch gemeinsame – Sammlerverband, an den das reichlich illustrierte Heft erinnerte.

Zum Jahresabschluss wurde der Präsident des Berliner Philatelisten-Klubs, Wolfgang Bauer, am 5. Dezember 2006 als neues Mitglied ins Consilium Philatelicum berufen. Bauer war ein ausgewiesener Kenner und Experte der frühen Griechenland-Philatelie, er hatte sich seit vielen Jahren als internationaler Aussteller einen Namen gemacht und den Berliner „Renommierclub“ von 1888 wieder zu neuen Höhen geführt.

Bei der Planung der nächstjährigen Vorhaben kam – auf Wunsch des BDPh-Vorstandes – ein neuer Akzent ins Spiel. Man wünschte sich offenbar auch Aktivitäten des Consiliums, die über Bonn hinausgingen, wollte also den so oft beschworenen „Dunstkreis“ erweitern und ausdehnen.

Das Consilium folgte diesem Wunsch und bot an, der „BonnPhilatelie“-Reihe 2007 mit dem Motto „Das Consilium Philatelicum geht auf Reisen“ eine besondere Note zu geben.

2008 gab es sogar nur ein Symposium des Consiliums, keine weiteren BonnPhilatelie-Veranstaltungen. Der Grund: ein Jahr später sollte in Essen die IBRA/NAPOSTA 2009 in Verbindung mit der Internationalen Briefmarkenmesse Essen stattfinden. Für BonnPhilatelie-Veranstaltungen blieb da kein Raum mehr. Bis auf eine Ausnahme: nämlich ein ganz besonderes Symposium, das am 23./24. Mai 2008 in Bonn stattfand. Aus Anlass des 80jährigen Geburtstages des BDPh-Ehrenmitgliedes Hermann Walter Sieger.

In einem speziellen Beitrag hielt Wolfgang Maassen das damalige Geschehen in der philatelie fest.  Das bekannte I-Tüpfelchen dürfte für den Jubilar schließlich das neue Heft 11 der Schriftenreihe des Consilium Philatelicum gewesen sein, das die Referate zum Spitzensymposium „Philatelie und Verbandsphilatelie in der DDR“ von 2007 beinhaltete und deutlich sichtbar auf Seite 2 Hermann Walter Sieger zum 80. Geburtstag gewidmet wurde.

All dies war erfreulich, konnte aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die organisatorisch-gestaltende Kraft im Consilium zu gering war, weshalb sich das Consilium bei seiner Jahrestagung am 3. Oktober 2008 in Weiden auch erneut mit „Nachwuchsfragen“ beschäftigte. Jaeger schlug der Versammlung mehrere neue Kandidaten vor: Gerhard Weiß aus Laer, Dieter Germann aus Großkrotzenburg und Dieter Michelson aus Wiesbaden, deren Nominierung einstimmig erfolgte und die dann dem Bundesvorstand und Verwaltungsrat nachfolgend nahe gebracht wurden. Der Bundesvorstand hatte Germann und Weiß bereits zuvor zugestimmt, die Berufung von Dieter Michelson und Dr. Peter Tichatzky aus Berlin erfolgte dann zum Jahresende.

Der alte Neue – oder der neue Alte? Ein Wortspiel, das auf den Wechsel im Vorsitz des Consilium Philatelicum abzielt, der bei der Mitgliederversammlung in Wuppertal am 3. September 2010 stattfand. Dr. Heinz Jaeger hatte bereits im Vorjahr erklärt, aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Er empfahl, auf eine geheime Wahl zum neuen Vorsitzenden zu verzichten und schlug dann Wolfgang Maassen zu seinem Nachfolger vor und zur Wiederwahl als dessen Vertreter wiederum Hermann Walter Sieger. Die Nachfrage zu weiteren Kandidaten brachte kein Ergebnis, so dass für beide ein einstimmiges Votum unter dem Beifall aller Beteiligten und Dank an Dr. Jaeger ausgesprochen wurde.

Einer der ersten „Amtshandlungen“ des in Wuppertal neu gewählten Vorsitzenden war daher die Abstimmung einer revidierten Fassung der 1999 in Kraft gesetzten Statuten. Dies war längst überfällig, wie bereits zuvor anklang, nun musste es nur noch realisiert werden. Ein erster Entwurf wurde im Herbst 2011 dem Vorstand des BDPh zur Entscheidung vorgelegt.

2012 – Das Jahr der IPHLA in Mainz hier besonders hervorzuheben, liegt schon deshalb nahe, weil der im Herbst 2011 gewählte neue Vorsitzende des Consiliums gleichzeitig ehrenamtlicher Organisationsleiter der IPHLA war und zahlreiche Mitglieder als Aussteller, Juroren, Referenten und Sponsoren in besonderer Weise bei der IPHLA involviert waren.

2012 gibt es „nur“ vier Veranstaltungen, davon sind allerdings drei eher schon „Großveranstaltungen“, die über mehrere Tage gehen. Den Auftakt macht am 21. April 2012 die Neuauflage des beliebten BonnPhilatelie-Symposiums „Außenseiter – Spitzenreiter“, in dem interessierte Sammler einmal mehr von Inhalt und/oder Ausgestaltung ungewöhnliche Exponate präsentieren und diese auch gerne in einem Kurzreferat näher erläutern können. Jeder kann mit einem 1-Rahmen-Exponat mitmachen, natürlich auch als Besucher im „Haus der Philatelie und Postgeschichte“ in Bonn teilnehmen.

Am 27. Mai 2012 erinnert der Philatelistenverein „Dr. Alfred Moschkau“ Zittau e.V. an den 100. Todestag dieses deutschen Pioniers der Philatelie. Dank der Unterstützung des Vereins und der tatkräftigen Mithilfe zahlreicher Philatelisten, präsentiert das Consilium ein mehrtägiges Programm vom 24. bis 28. Mai 2012 in Oybin, also genau über die Pfingst-Festtage.

Am 1. und 2. September 2012 findet in Haldensleben eine Rang-2-Ausstellung statt, zu der der Verein der Briefmarkenfreunde von Haldensleben das Consilium Philatelicum zu einem Symposium und einer Sonderschau eingeladen hat. Die CPh-Sonderschau zeigt „Die Welt der Philatelie in einem Rahmen“, also Exponate der Mitglieder, die alle Facetten internationaler Philatelie spiegeln. Das Symposium verspricht ebenso interessant zu werden, denn es widmet sich „Neuen Ideen und Wegen für ein Ausstellungswesen der Zukunft“!

Den Jahresabschluss begeht das Consilium Philatelicum bei der IPHLA 2012 in Mainz. Nicht nur mit einem Mitgliedertreffen und einer der bekannten Literatur-Präsentationen, sondern auch mit zwei größeren Aktionen. So organisiert das Consilium – erstmalig überhaupt – eine „BDPh-Akademie für Briefmarkensammler“, die in einem richtigen, quasi universitären Hörsaal im Rathaus der Stadt Mainz mit insgesamt 12 abwechslungsreichen Themenblöcken zu je 90 Minuten vom 2. bis 4. November 2012 stattfindet. Höhepunkt ist dann ein „Treff der deutschen Philatelie“ am 4. November 2012 im Ratssaal des Rathauses, der ebenfalls vom CPh organisiert und ausgerichtet wird, zu dem Verbände und Philatelisten von nah und fern eingeladen sind, und dies nicht nur, um die drei bekanntesten hochrangigen Literaturpreis-Verleihungen der Deninger-, Kalckhoff- und Sieger-Medaille mitzuerleben.

Bbei der Jahrestagung des Consiliums in Mainz am Freitag, den 2. November 2012, wurde Dr. Heinz Jaeger zum Ehrenvorsitzenden des Consilums in Anerkennung seiner immens großen Verdienste gewählt. Dieser setzte sich wiederum für die Berufung von Michael Adler als neues Mitglied ein und bat um Zustimmung, die ebenso einstimmig erfolgte. Gerd Weiß bat darum, die Internet-Präsenz des Consiliums auf www.bdph.de zu überarbeiten, damit die Mitglieder dort mit Bild und Vita vorgestellt würden, aber auch die Ziele und Aufgaben des Consiliums.

Das Consilium Philatelicum, vertreten durch seinen Vorsitzenden, hatte zudem die Konzeption – dem Mainzer Vorbild von 2012 folgend – für eine Neuauflage der „BDPh-Akademie für Sammler“ übernommen, die vom 8.–10. Mai 2014 während der Internationalen Briefmarkenmesse Essen ausgerichtet werden sollte. Es sei hier gerne schon vorweggenommen, dass diese „BDPh-Akademie“ ein voller Erfolg wurde, sich zahlreiche Sammler – ähnlich wie dies bei der Erstauflage der Akademie während der IPHLA 2012 in Mainz der Fall gewesen war – aus ganz Deutschland angemeldet hatten und den Vorträgen lauschten. Dies war eine Leistung des Consiliums, dessen Vorsitzender Themen formuliert, Referenten angefragt und diese Themen abgestimmt und dann in eine Zeitplanung umgesetzt hatte. Betreut wurde die Akademie vor Ort im Mai 2014 noch von Wolfgang Peschel, dem BDPh-PR-Referenten. Zwei Tage später war er bereits nicht mehr im Amt.

Angesichts der Verluste, die das Consilium Monate zuvor erlitten hatte, beriet sich dessen Vorstand über Neuberufungen und schrieb am 3. Mai 2014 dem BDPh-Präsidenten Uwe Decker:

„Bekanntlich sind im Laufe des letzten halben Jahres drei Mitglieder des Consilium Philatelicum verstorben: Han Vermeulen, Kurt Link und Hans Paikert. Der Vorstand des CPh hat Mitte April in Bonn sich einvernehmlich über eine mögliche Neuberufung ausgetauscht und beschlossen, an den Vorstand des BDPh den Antrag zu stellen, Herrn Franz-Karl Lindner, Soest, zum nächstmöglichen Zeitpunkt als Mitglied des Consilium Philatelicum zu berufen….“

Die Antwort kam eine Woche später, denn für den BDPh-Vorstand formulierte dessen Präsident Uwe Decker nur einen Satz, der so auch im Protokoll festgehalten wurde: „Der BV lehnt die Berufung von Franz-Karl Lindner in das Consilium Philatelicum ab."

Das war ein Schlag ins Gesicht, ein Vorgang, den es in dieser Form noch nie zuvor im Verhältnis zwischen dem Consilium Philatelicum und dem BDPh-Vorstand gegeben hatte.

Nach der Neuwahl des Bundesvorstandes 2017 in der Lutherstadt Wittenberg mit dem neuen Präsidenten Alfred Schmidt wurde der Berufung Franz-Karl Lindners als Mitglied des Consiliums Philatelicum entsprochen.

Anlässlich der Hauptversammlung des BDPh 2019 in Bensheim trafen sich die Mitglieder des Consiliums zu einer wichtigen Sitzung, galt es doch, einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Wolfgang Maassen, bisheriger Vorsitzender, hatte darum gebeten, ihn von diesem Amt zu entbinden. Als neuer Vorsitzender wurde einstimmig gewählt Günther Korn, allen bekannt als ehemaliger Geschäftsführer des BDPh. Korn plädierte dafür, dass neben dem bisherigen Stellvertreter Dieter Michelson die Arbeit im Consilium durch einen 2. Stellvertreter unterstützt werden sollte. Hierfür schlug er Franz-Karl Lindner, langjähriger Vizepräsident des BDPh, vor. Auch diese Wahl erfolgte einstimmig.
Diskutiert wurde Korns Vorschlag für neue Statuten des Consilums, die in der Folge dem BDPh vorgelegt wurde. Mit einigen Änderungen wurden dieser durch den BDPh beschlossen. (siehe aktueller Statuten auf dieser Website).

 

(Juni 2020)