Consilium Philatelicum des BDPh

Mitglied des Consilium Philatelicum

Volker Parthen

Vorname, Name                     Volker Parthen
Wohnort                                 Wiesbaden
Lebensdaten                           1939-2000
Berufung in das CPh               1994

VITA

Volker Parthen kam am 26. September 1939 in Kassel als Sohn des Apothekers Heinz Joachim Parthen (geb. am 5. Juni 1911, gest. am 28. Juli 1964) und seiner Ehefrau Hertha Parthen, geb. Mohr (geb. am 18. Juli 1909, gest. am 8. Januar 1970), zur Welt. Bereits die Lebensdaten seiner Eltern, die ebenfalls früh, nämlich mit 53 bzw. 60 Jahren verstarben, lassen ahnen, dass möglicherweise genetische Voraussetzungen innerhalb der Familie eine gewisse Rolle bei Volker Parthens eigenem frühen Tod am 12. Februar 2000 gespielt haben können.

Volker Parthen sammelte seit seiner Jugend Briefmarken und wurde schon mit 12 Jahren Mitglied eines Briefmarkensammlervereins in Kassel. Von Beginn an galt sein Interesse den Altdeutschen Staaten. Als Jugendlicher sammelte er bereits Preußen, später kamen die Ausgaben des Norddeutschen Postbezirks dazu, aber auch deutsche Schiffspost in Westindien und die Colon-Köpfe von Chile.

Von 1946 bis 1952 besuchte er in Ichtershausen in Thüringen die Grundschule. Es folgte ab 1953 das Gymnasium der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck in Steinetal, Kreis Ziegenhain, an dem er 1962 die Reifeprüfung ablegte. Studien der Volks- und Betriebswirtschaft an den Universitäten in Marburg, Frankfurt a.M. und Würzburg schlossen sich an und nach erfolgreich bestandenen Examen plante er eine Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer.

All dies klang nach einer hoffnungsversprechenden Wirtschaftskarriere, zu der er von seiner Seite aus alles beigetragen hatte, diese zu ermöglichen. Vermutlich wäre es auch so gekommen, wenn ihn nicht der Zufall zum Auktionshaus Schwenn geführt hätte. Denn dort suchte man in Frankfurt 1965 Hilfskräfte für die Durchführung der Auktionen und Parthen musste als Student jobben, um sich sein Studium zu finanzieren. Was bot sich da besser an, als eben dort sein Glück zu versuchen, wo man durchs eigene Hobby bereits Vorerfahrungen hatte?

Dabei geriet für ihn das Ziel des Wirtschaftsprüfers immer mehr aus dem Auge, die mögliche Berufsfindung in einem aufstrebenden Auktionsunternehmen aber zunehmend in den Vordergrund. Als im April 1967 Hartmut C. Schwenn das Auktionshaus H. Köhler in Wiesbaden erwarb, das zunächst die Wirtschaftsform einer KG erhielt, signalisierte Parthen Schwenn, dass er sich eine weitere Tätigkeit in diesem Hause durchaus vorstellen könne. Ihm wurde angeboten – zunächst für die Dauer eines halben Jahres – „in dieser Firma zu arbeiten und den Betrieb organisatorisch in ein modernes Auktionshaus umzuwandeln“, – so Hartmut Schwenn. Deshalb ließ er sich von der Universität Würzburg (er war dort noch immer immatrikuliert) erst einmal beurlauben und trat im März 1968 – sein Studentenleben war damit endgültig vorbei – in die Firma Schwenn, Frankfurt, ein, und zwar als Geschäftsführer (firmenintern lief dies unter „Betriebsleiter“). Erst danach ließ er sich an der Universität in Würzburg exmatrikulieren, ohne das zweite ins Auge gefasste Studium des Wirtschaftsprüfers beendet zu haben. Es folgten drei erlebnisreiche Jahre im Schwenn-Verbund, dem das Haus Köhler angehörte, bis dieses 1970 in einen Strudel rund um Briefmarken-Wertpakete hineingezogen wurde.

1970 übernahm Parthen das Auktionshaus Heinrich Köhler. Er führte das Wiesbadener Haus vorsichtig wieder zur früheren Spitzenstellung. Er war ein Förderer der Fachliteratur und des Prüfwesens. So stiftete er 1996 auf Anregung von Wilhelm van Loo den Heinrich-Köhler-Preis für Verdienste um das Prüfwesen, aber unvergesslich wurde Parthen mit der Versteigerung der weltbekannten und bedeutenden Altdeutschland-Sammlung des amerikanischen Philatelisten John R. Boker. Hier setzte er – nicht nur mit der PR und den Zuschlagspreisen – sondern auch mit einem ausgereiften Katalogwerk über nahezu 15 Jahre Maßstäbe.

Parthen war Mitglied im Briefmarken-Club Hannover, des Berliner Philatelisten-Klubs (seit 1978), des Bundesverbandes der deutschen Briefmarkenversteigerer (von 1979–1990 dessen Präsident), und zahlloser weiterer in- und ausländischer Vereine. 1982 hatte ihm der BDPh mit seiner Ehrenmedaille für seine leitende Tätigkeit als Präsident des Auktionatorenverbandes gedankt, 1990 erhielt Parthen den Sieger-Literaturpreis (für die exzellenten John-R.-Boker-Auktionskataloge), 2000 folgte die Hans-Grobe-Medaille der ArGe Hannover. Posthum, im November 2001, wurde Volker Parthen mit dem Philatelic Excellence Award der Fundacion Albertino de Figueiredo geehrt.