Consilium Philatelicum des BDPh

Mitglied des Consilium Philatelicum

Hartwig Danesch

Vorname, Name                    Hartwig Danesch
Wohnort                                Schwelm
Lebensdaten                         1922-2006
Berufung in das CPh             1986
Ggfs. Funktionen im CPh     Gründungsmitglied

VITA

Der studierte Diplom-Finanzwirt und spätere Oberamtsrat Hartwig Danesch, geboren am 29. August 1922 in Brünn, ließ sich nach Kriegsende 1947 in Schwelm nieder. Sammler war er seit dem siebten Lebensjahr und spezialisierte sich im Laufe der Jahre auf Deutschland, besonders aber auf Palästina/Israel (mit Nebengebiete wie Feldpost, Taxipost, Mobilpost) sowie auf die Postgeschichte der Stadt Brünn.

Nach einer Zeit im Briefmarkensammler-Verein Brünn engagierte er sich in der Briefmarkensammlergruppe Schwelm, die er von 1947 bis 1972 als Vorsitzender leitete. Er war Gründungsmitglied der Deutschen Philatelisten-Jugend bzw. deren Vorläuferverband und trat bereits in den 1950er-Jahren im Landesverband Nordrhein-Westfalen immer wieder mit Jugendaktivitäten in Erscheinung. 1957–1972 war Danesch Bundesstellenleiter J (Jugend) im BDPh, 1959–1972 Vorsitzender der DPhJ, danach Ehrenvorsitzender. Auch im Landesring Nordrhein-Westfalen, der zur DPhJ gehörte, nahm er Leitungsämter wahr: 1957–1962 als Vorsitzender und danach als Ehrenvorsitzender. Er gehörte außerdem zur FIP-Jugendkommission, die er als Präsident 1958–1980 leitete. Nicht zu vergessen der World Philatelic Congress of Israel mit den Holy Land and Judaic Societies, die ihn 1976–1984 als Vizepräsident, danach als Ehren-Vizepräsident in ihren Reihen sah.

Danesch war seit 1955 Herausgeber der Zeitschrift „Der Jungsammler“, aus dem später der „Junge Sammler“ der DPhJ hervorging. Er veröffentlichte Studien zur Taxi-Post in Israel und zu den Mobilpostämter der israelischen Post (1980), den zivilen Airgraphs von Palästina (Coautor), zur Doar-Ivri-Serie Israels (Übersetzung und Neubearbeitung), aber auch zur Militärischen Post und Feldpost in Brünn bis 1938 (in tschechischer Sprache). Unvergessen ist sein 1995 erschienenes Heft 1 der Schriftenreihe des Consilium Philatelicum über „Die Geschichte der organisierten Jugendphilatelie in Deutschland“.

1955 erhielt er öffentliche Anerkennung des BDPh, der 1957 und 1963 die BDPh-Verdienstnadeln in Silber und Vermeil folgten. Der Vorsitzende des Philatelistenverbandes Nordrhein-Westfalens, Aloys Wilhelm Bögershausen, zeichnete ihn 1958 mit der Ehrenmedaille des Landesverbandes aus. Es folgten weitere Medaillen: die Verdienstmedaille in Silber des Landesverbandes Nordrhein-Westfalens, ebenso die Verdienstmedaille des LV Mittelrhein. Anlässlich des Landesverbandstages 1976 in Wuppertal wurde die Stiftung des „Aloys Wilhelm-Bögershausen-Preises“ durch den Verband der Philatelisten in Nordrhein-Westfalen e.V. bekannt gegeben, die als erster Hartwig Danesch erhielt. (Seit 1978 wird dieser Preis als „Aloys-Wilhelm-Bögershausen-Medaille“ vom Bund Deutscher Philatelisten e.V. verliehen.) 1973 erhielt er die Richard-Renner-Medaille, außerdem die Verdienst- und Ehrenmedaille der FIP und des Schweizer, Luxemburger und finnischen Philatelistenverbandes. Last but not least sind die Dr.-Höxter-Medaille für Verdienste auf dem Gebiet der Israel-Philatelie sowie das Verdienstabzeichen in Silber des BDPh für seine Verdienste um die Forschung zu erwähnen.

Danesch war zweifelsohne ein „Urgestein“ der deutschen Jugendphilatelie, der sich wie kaum ein anderer für den Nachwuchs eingesetzt hat. Er starb am 29. November 2006 und hatte sein Feld mehr als gut bestellt.